Mit diese Erkenntnis bin ich nicht der Einzige, wie ich gerade bei Marcus Breuer gelesen habe. Solche Veränderungen kommen allerdings nicht von heute auf morgen, sie werden oft erst deutlich, wenn wir in den „Rückspiegel“ schauen. Wenn wir uns fragen, wie war das eigentlich noch vor 10 Jahren?

Ich habe diese Frage mir selbst gestellt:

  • Vor 10 Jahren habe ich regelmäßig die Tagesschau gesehen.
  • Vor 10 Jahren war das Fernsehen und beim Autofahren das Radio mein maßgeblicher Informationslieferant.
  • Vor 10 Jahren war die morgendliche Lektüre der Kieler Nachrichten für mich unverzichtbar.

Und wie sieht es heute aus?

  • Heute schaue ich nur noch die Tagesschau, wenn ich zufällig um 20:00 Uhr am Fernsehen vorbei komme.
  • Heute höre ich beim Autofahren viel lieber Hörbücher, von einer CD oder von meinem iPod.
  • Heute lese ich die Kieler Nachrichten fast gar nicht mehr.

Jetzt werden Sie zu Recht fragen: Und wie informieren Sie sich heute?

Meine Antwort: Im Internet!

  • Ich verfolge täglich über 200 Blogs, deren Nachrichten ich mir über einen sogenannten Feedreader (Bloglines.com) anzeigen lasse. Diese Blogs bringen mir genau die Informationen die mich interessieren.
  • Ich verfolge Nachrichten über einen Newsreader (Google) zu den Themen, die mich interessieren.
  • Ich schaue mit wachsender Begeisterung kleine Videos auf YouTube, Google-Video oder anderen Video-Plattformen.
  • Neben der persönlichen und telefonischen Kommunikation tritt für mich immer stärker die Kommunikation per E-mail und per Chat in den Vordergrund.

Bin ich mit dieser Verhaltensänderung ein Einzelfall? Sicherlich nicht, da bräuchte man wahrscheinlich sich nur in der Bloggerszene einmal umsehen! Ich bin mir darüberhinaus absolut sicher, die Zahl der Menschen, die Ihr Verhalten in ähnlicher Weise ändern werden, wird von Jahr zu Jahr größer.

Statistiken aus den USA zeigen deutlich, die abnehmende Nutzung von „klassischen Medien“ wie der Tagesszeitung und eine vermehrte Hinwendung zum Internet.

Jim Spanfell, der Chef von forbes.com berichtete gerade in München:

“If you take senior business executives, who are our core audience, and ask them what is the first thing they do in the morning in terms of information, 60% of them will say „I go to the web“. Newspapers, which used to be one of the most frequently distributed news sources, are now one of the least frequently distributed news sources.”

Meine Übersetzung:

Wenn wir Manager betrachten, die zu unserer Kernzielgruppe gehören, und sie fragen, was sie als erstes morgens tun, bezüglich der Information, sagen 60 % von ihnen: „Ich gehe ins Internet.“ Tageszeitungen, die bisher einer der am meisten benutzten Informationsquellen waren, gehören jetzt zu den am wenigsten benutzten Quellen.

Die Frage, die wir uns alle stellen sollten: Welche Auswirkungen werden solche veränderten Gewohnheiten auf unseren Beruf, auf unsere Praxis und auf unsere Kunden haben. Wie wollen wir diesen Auswirkungen begegnen?

About the Author Jörg Weisner

  • Schöne Zusammenfassung Jörg!

    Nein, ich glaube du bist kein Einzelfall wohl aber Teil einer bis dato noch kleinen Minderheit.

    Auch Mr. Spanfell hat mit den 60% nicht unbedingt dein Nutzungverhalten angesprochen. Das Video findest du – falls du es noch nicht angesehen hast – hier: http://videos.dld-conference.com/ (‚Where are the editors‘).

    Zwei Tipps:
    1. Die Körpersprachen sprechen Bände.
    2. Spring zur Szene bei ca. 57:30min…

    Viel Vergnügen!

  • Servus Jörg,

    vor 10 Jahren (und eigentlich schon seit etwa 1990) habe ich auch schon so wenig Fernsehen geschaut wie heute – zeitweise hatte ich nicht mal einen und er hat mir nicht gefehlt. Filme schaute ich mir im Kino an und Informationen holte ich mir anders.

    Ich bin jetzt seit etwa 1995 online und mache die gleichen oder ähnlichen Beobachtungen wie du. Zeitungen sind für mich etwas antiquiertes, Computer-Zeitschriften sind zur Hälfte überflüssig weil nur „Olds“ statt News drinstehen.

    Dagegen stehen Newsfeeds, die mich laufend mit topaktuellen Infos versorgen, allerdings kommen hier die klassischen Probleme Infoflut, Mehrfachinfos, Schrott ins Spiel.

    Zur Infoflut hab ich für mich eine schöne Lösung gefunden (Skalierbarkeit der Feeds nach zur Verfügung stehender Lesezeit) gefunden. Diese Technik bringe ich zur Zeit meinen Kollegen bei, denn wenn ich sehe wieviele Leute ihren E-Mail-Eingang (noch) nicht im Griff haben werden die von den Feeds erschlagen (wenn sie sie denn mal entdecken und nutzen).

    Und zu deiner Frage: Die Auswirkungen aufs Geschäftsleben werden meiner Meinung nach erheblich sein, denn die, die schnell und effektiv Information verarbeiten können werden einen gehörigen Vorsprung vor dem Rest der Welt haben. Dazu gehört aber ein Beherrschen der Technik und Arbeitsweisen und da ist noch viel zu tun.

    Viele Grüße

    Andreas

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