Ich muss gestehen, diese Rezension des im Herbst 2008 erschienen Buches von Günter Faltin „Kopf schlägt Kapital“ hat etwas (sehr) lange auf sich warten lassen. Den Grund hat aber der Autor selbst zu verantworten. Er hat das Buch so inspirierend geschrieben, dass ich es in einem Rutsch verschlungen habe und mich in den Tagen danach mehr mit den Ideen beschäftigt habe, dir mir bei der Lektüre gekommen sind, als mit der Rezension selbst.

Doch aufgeschoben soll nicht aufgehoben sein. Ich habe heute darüber hinaus den Vorteil, dass ich das Buch von dem bislang einzigen Professor für Entrepreneurship in Deutschland heute eher in der Form einer Meta-Rezension vorstellen kann. Meta-Rezension, weil es schon einige sehr gute Besprechungen gibt.

So hält Burkhard Schneider Günter Faltin für den spannendsten, engagiertesten und authentischsten Professor für Entrepreneurship in Deutschland. Dem Urteil kann ich mir gern anschließen.Burkhard schließt seine Besprechung mit folgendem Urteil:

„Ich habe mittlerweile mehr als 100 Bücher zum Thema Unternehmensgründung gelesen. Wenn ich nur ein Buch wählen dürfte, es wär dieses. Muss ich noch mehr schreiben, um Euch jetzt in den nächsten Buchladen zu jagen?“

Wem, dieses Urteil noch nicht reicht, der frage doch auch noch Wolff Horbach, auf seinem Faktor-G Blog. Wolff hat dort ebenfalls eine sehr ausführliche Besprechung des Buches von Faltin veröffentlicht.

Hier ein paar seiner Auszüge:

„In seinem neuen Buch “Kopf schlägt Kapital” beschreibt Faltin, was Entrepreneure von Unternehmern unterscheidet:

Ein Entrepreneur gründet ein Unternehmen. Er hat eine Idee für eine neue Art von Geschäft und gestaltet das.

Ein Unternehmer betreibt ein Geschäft. Faltin unterscheidet daher sehr deutlich zwischen Entrepreneurship und Business Administration. Letzteres ist nur der laufende Betrieb eines Unternehmens und daher etwas ganz anderes als das Design eines neuen Unternehmens, dem Entrepreneurial Design.“

Wolff Fazit: „Sie wollen ein eigenes Business gründen oder ein vorhandenes verbessern? Lesen Sie unbedingt dieses Buch!“

Überzeugt jetzt davon, dieses Buch zu bestellen? Noch immer nicht? Kein Problem. Hier ist eine weitere starke Empfehlung von Stefan Merath:

„Spannend ist jedoch die Konsequenz, mit der er seine Konzepte verfolgt. Für ihn hat das Entrepreneurial Design, die unternehmerische Idee die absolute Priorität. Lange vor Kapital und anderen Ressourcen. Er bringt viele Beispiele, die vor allem aus seinem Labor für Entrepreneurship hervorgingen. Diese haben nach meinem Eindruck oft das selbe Grundraster wie die Teekampagne. Man wähle ein Produkt, importiere dieses unter Umgehung des Zwischenhandels selbst und verkaufe es in großen Packungsgrößen. Schaut man sich den Einzelhandel in Deutschland an, so ist dieses Konzept noch unendlich oft duplizierbar.“

Und damit sind wir auch bei einem der Dinge, die Faltin gegenüber den allermeisten anderen Professoren auszeichnet. Er ist selber Unternehmer. Seit mehr als 25 Jahren läuft seine Teekampagne. Und dies so erfolgreich, dass er inzwischen der größte Importeur von Darjeeling Tee ist. Weltweit!

Sein Gründungskonzept hat ist durchaus ansteckend. Man schaue sich nur mal die Praxisbeispiele an, die ebenfalls nach diesem Muster erfolgreich gegründet wurden.

Den Anstoß jetzt endlich meine eigene Rezension dieses, inzwischen zum Bestseller gewordenen Buches, zu verfassen, war ein Video-Interview mit Günter Faltin, über welches ich gestern „gestolpert“ bin. Eberhard Wagemann interviewt dieses Mal den Professor. Ganz gegen die sonst übliche Gewohnheit, in der Faltin lieber selbst die Fragen stellt.

Das Video dauert 75 Minuten und ist jede Minute wert. Eberhard Wagemann ist gut vorbereitet und stellt die richtigen Fragen. Und Günter Faltin erläutert mit viel Leidenschaft seine Thesen. Ob vor oder nach der Lektüre des Buches, schaut es Euch an. Ihr könnt Euch glatt ein paar Semester BWL sparen ;-).

Besonders fasziniert mich, der Aufruf von Faltin zum „Volks-Entrepreneur“. Er ist überzeugt davon, dass letzten Endes jeder das Zeug zum Entrepreneur haben kann. Weil gerade die besonderen Eigenarten jedes einzelnen Menschen, mit all seinen Ecken und Kanten ihn so unverwechselbar machen. Und wenn es gelingt, diese Einzigartigkeit mit einem gelungenen Gründungskonzept zu verbinden. Dann steht dem Unternehmenserfolg nichts mehr im Weg.

Ich kann mich dieser Einschätzung nur anschließen. Wir haben in den letzten 15 Jahren unzähligen Teilnehmern über unsere sehr einfache aber umso wirkungsvollere Simulationen die Grundzüge eines Unternehmens vermittelt. Die Teilnehmer kamen aus allen Bereichen, ob Hauptschüler, Abiturient oder Student, ob Banker, Handwerker oder Steuerberater, selbst mit Beamten des Finanzministerium haben wir diese Simulationen durchgespielt.

Und sie alle haben gezeigt, dass jeder die Grundlagen des Unternehmers in sich trägt. Wenn man ihn nur lässt. Und ihm nicht einimpft, das Denken an der Unternehmenstür abzugeben. Wie es in so vielen Betrieben lange Zeit gemacht wurde. (Doch dazu gern an anderer Stelle mehr …)

So, wenn Ihr jetzt immer noch nicht das Buch Kopf schlägt Kapital bestellt, dann ist Euch für heute nicht mehr zu helfen ;-).

PS: Unter diesem Link gibt es sogar handsignierte Exemplare.

PPS: Und wer doch zuerst einen intensiven Blick in das Buch werfen möchte, der findet hier alle Kapitel online.

>